Kapitel 1
Symbole und symbolische Visionen
Die verschiedenen Symboltypen
Ein Symbol, wie ich es auffasse, ist eine Form, die zu einer [bestimmten] Ebene gehört und die Wahrheit einer anderen [Ebene] darstellt. Zum Beispiel ist die Fahne das Symbol einer Nation... Im Allgemeinen aber sind alle Formen Symbole. Dieser unser Körper ist ein Symbol unseres wirklichen Wesens und alles ist Symbol einer höheren Wirklichkeit. Es gibt jedoch verschiedene Arten von Symbolen:
1. Die traditionellen Symbole, wie sie die vedischen Rishis mit Dingen aus ihrem Lebensbereich schufen. Die Kuh symbolisierte das Licht, weil das gleiche Wort go sowohl Strahl als auch Kuh bedeutete, und weil die Kuh ihr wertvollster Besitz war, der ihr Leben aufrechterhielt und dabei ständig in Gefahr war, geraubt und verborgen zu werden. Ist solch ein Symbol jedoch einmal erschaffen, dann wird es lebendig. Die Rishis erfüllten es mit Leben, und es wurde ein Teil ihrer Verwirklichung. In ihren Visionen erschien es als Ebenbild des spirituellen Lichtes. Auch das Pferd war eines ihrer bevorzugten Symbole und ein leichter anwendbares, da seine Kraft und Energie durchaus einleuchtend waren.
2. Solche, die wir Lebens-Symbole nennen könnten, die nicht künstlich ausgewählt oder mental auf bewusst überlegte Weise gedeutet werden, sondern ganz natürlich unserem tagtäglichen Leben entstammen und aus der Umwelt erwachsen, die unseren normalen Lebensweg bedingt. Für die Vorväter war der Berg ein Symbol des Yoga-Pfades, Ebene über Ebene, Gipfel auf Gipfel. Eine Reise, die das überqueren von Flüssen und die Begegnung mit lauernden Feinden, sowohl tierischen als auch menschlichen, mit sich bringt, löste eine ähnliche Vorstellung aus. Allerdings würden wir heutzutage den Yoga eher mit einer Reise auf dem Motorrad oder mit der Eisenbahn vergleichen.
3. Symbole, die in sich selbst angemessen und machtvoll sind. Akasha oder der ätherische Raum ist Symbol des unendlichen, alles durchdringenden, ewigen Brahman. Unabhängig von Nationalität wäre die Bedeutung überall die gleiche. Ebenso steht die Sonne universal für das supramentale Licht, die göttliche Gnosis.
4. Mentale Symbole, wie zum Beispiel Zahlen oder Alphabete. Wenn sie einmal akzeptiert sind, werden auch sie wirksam und können nützlich sein. So werden geometrische Figuren auf verschiedene Weise erklärt. Nach meiner Erfahrung symbolisiert das Quadrat das Supramental Ich kann nicht sagen warum. Jemand oder irgendeine Kraft kann es geformt haben, bevor es in mein Mental eintrat. Auch für das Dreieck gibt es verschiedene Erklärungen. In der einen Stellung kann es die drei niederen Ebenen symbolisieren, in der anderen die drei höheren: daher können beide miteinander zu einem einzigen Zeichen verbunden werden. Die Vorväter liebten es, sich ähnlichen Spekulationen mit Zahlen hinzugeben, ihre Systeme aber waren hauptsächlich mental. Zweifellos ist es richtig, dass es supramentale Wirklichkeiten gibt, die wir in mentale Begriffe, wie Karma, seelische Evolution usw., übersetzen. Es sind aber gleichsam unendliche Wirklichkeiten, die durch diese symbolischen Formen nicht begrenzt, aber irgendwie ausgedrückt werden können; sie könnten ebenso gut durch andere Symbole ausgedrückt werden, so wie ein und dasselbe Symbol auch viele verschiedene Ideen zum Ausdruck bringen kann. In der einen oder anderen Form haben all diese Ideen in der Vergangenheit bestanden. Die Bedeutung von Zahlen war eines der hauptsächlichen Elemente der Lehre des Pythagoras, fünfhundert Jahre vor Christus.
Die Wirkung der symbolischen Visionen
Es ist dasselbe mit den Symbolen im Yoga [wie mit den Bildern in der mystischen Dichtung]. Man gibt dem „Weißen Licht“ ein intellektuelles Etikett und der Verstand ist zufrieden und sagt: „Jetzt weiß ich alles darüber; es ist das reine göttliche Bewusstseinslicht“, und in Wirklichkeit weiß er nichts. Aber wenn man dem Göttlichen Weißen Licht erlaubt, sich zu offenbaren und durch das Wesen zu strömen, dann lernt man es kennen und erhält alle seine Auswirkungen. Selbst wenn es kein etikettiertes Wissen gibt, gibt es die leuchtende Erfahrung seiner ganzen Bedeutung.
Die Vision des Mondes und des Blumenregens bedeutet immer den Einfall des Lichtes der Spiritualität auf das Bewusstsein (Mond) und das Herabkommen eines seelischen Einflusses (Blumen). Für das Mental sind diese Dinge Symbole, aber in der inneren Erfahrung haben sie eine Realität und können eine spürbare Auswirkung haben.
Einige symbolische Visionen und Traumdeutungen
Die Tiefe des Schlafes in deiner Erfahrung sollte dich weit nach innen führen, und als dies geschehen war, bist du in den psychischen und spirituellen Zustand eingetreten, der die Form eines schönen Feldes und des Fließens von weißem Licht, von Kühle und Frieden annahm. Die Treppe war ein Symbol des Aufstiegs von diesem seelischen und spirituellen Zustand in höhere und immer höhere Ebenen spirituellen Bewusstseins, wo sich die Quelle des Lichtes befindet. Die Hand der Mutter war das Symbol ihrer Gegenwart und Hilfe, die dich emporziehen und zum obersten Ende der Leiter führen wird.
Die einzelnen Bilder sind sehr häufig Symbole der inneren Erfahrung, sie wurden hier aber auf ziemlich komplizierte Weise miteinander verbunden. Das Feuer ist natürlich das seelische Feuer, das aus der verhüllten seelischen Quelle auflodert. Der Vogel ist die Seele, und die Blume ist die Rose der Liebe und Hingabe. Der Mond ist das Symbol der Spiritualität. Da der Stern im Inneren ist, bedeutet es, dass er die Knoten der inneren Finsternis durchschneidet und das Wuchern im Vital zum Stillstand bringt, das ihn wie Wolken umhüllt. Auch das Boot ist ein übliches Symbol in inneren Visionen. Der Elefant bedeutet spirituelle Stärke, welche die Hindernisse beseitigt, und das Pferd die Kraft der tapasya, das zu den Gipfeln der spirituellen Verwirklichung galoppiert. Die Sonne ist das Symbol der höheren Wahrheit. Der Lotos ist das Symbol des inneren Bewusstseins.
Die Vision, die du sahst, war ein Symbol des nach außen gerichteten physischen Bewusstseins, das durch die gewöhnlichen Bewegungen (Wolken) verdunkelt ist, wobei die Spiritualität (der Mond) hinter der gewöhnlichen menschlichen Unwissenheit ihr Licht von dort überallhin aussendet. Der Hund zeigt etwas im Physischen an (der Teil, der treu, gehorsam usw. ist), das vertrauensvoll auf das kommende Licht wartet.
Das Feuer, das du fühltest, war das Feuer der Läuterung, und die Hitze entstand, weil es einen gewissen Widerstand verbrannte – nachdem dieser verbrannt war, traten Kühle, Friede und Ruhe ein. Die Stimmen, Klänge und Eindrücke... deuten auf eine verworrene Tätigkeit des okkulten Sinnes im Vital hin, der außerphysische Dinge hört. Wenn sich etwas Derartiges ereignet, muss im Wesen eine ruhige Zurückweisung stattfinden, und die Sache wird vorübergehen. Einige Menschen aber finden Gefallen daran und haben dann viel Kummer, weil es ihnen zur Gewohnheit wird, Stimmen zu hören und Dinge zu sehen und zu fühlen, die nur teilweise oder nur manchmal wahr und sonst mit vielerlei vermischt sind, was falsch und irreführend ist. Es ist gut, dass etwas in deinem vitalen Wesen dies zurückwies.
Der Traum weist offensichtlich auf die Schwierigkeit hin, mit der du dich auseinanderzusetzen hast. Das Meer ist das Meer der vitalen Natur, dessen Fluten dich auf dem Weg deiner Sadhana verfolgen (die Wünsche sind das Meerwasser). Die Mutter ist dort in deinem Herzen, schläft aber – das heißt ihre Macht ist in deinem inneren Bewusstsein noch nicht bewusst geworden, weil sie von einem hautdünnen Vorhang umgeben ist (die Finsternis der physischen Natur). Dieser ist es (er ist nicht mehr dick, aber noch wirksam genug, um sie vor dir zu verdecken), der verschwinden muss, damit sie erwachen möge. Es ist eine Frage der Beharrlichkeit des Willens und der Bemühung – die Erwiderung von innen, das Erwachen der Mutter im Herzen werden kommen.
Vermutlich ist es ein Symbol der drei Stadien oder Entwicklungen oder Ebenen des spirituellen Lebens. Ein Stern bedeutet Schöpfung, das Dreieck ein dreifaches Prinzip. Der Baum bedeutet Leben in einer neuen Schöpfung. Grün ist die Farbe des emotionalen Vitals, der Mond herrscht über ein spiritualisiertes emotionales Leben; Blau ist die Farbe des höheren Mentals, der Mond regiert dort ein spiritualisiertes, höheres Mental-Leben; die goldene Farbe ist die der Göttlichen Wahrheit, ob intuitiv oder obermental, der Mond hier ist das spiritualisierte Wahrheits-Leben. Die sphatika [Säule] hat die Farbe des Kristalls, weshalb das Dreieck das Sachchidananda-Prinzip bedeuten kann. Die Schmetterlinge und Vögel symbolisieren natürlich Lebens-Kräfte und Seelen-Kräfte, Mächte oder Wesen. Vermutlich werden hier drei Stadien der Umwandlung angezeigt, bevor das Supramental insgesamt herrschen kann, oder aber drei Stadien, die als Stufen zum Supramental führen.
Deine Träume waren sehr schön und in symbolischer Hinsicht sehr wahr. Übrigens, ich wiederhole, es waren keine wirklichen Träume; der Zustand zwischen Schlaf und Wachsein oder der Zustand, der weder Schlaf noch Wachsein ist, ist kein Dösen, sondern ein innerlich gesammeltes Bewusstsein, das genauso wach ist wie der wache mentale Geist, allerdings wach auf einer anderen Erfahrungsebene.
Was den Traum von den Kobras betrifft, so könnte man ihn als Antwort auf deine Klagen darüber verstehen, dass das Göttliche düster und streng ist und sich weigert, zu spielen, sowie auf deine Äußerung, dass du dich wohler fühlen würdest, wenn du den Glauben haben könntest, dass die Schwierigkeiten Teil des Göttlichen Plans sind, der dich durch sie zum Göttlichen führt. Die Antwort der symbolischen Erfahrung war, dass das Göttliche zu spielen vermag, wenn du es verstehst, mit ihm zu spielen – und sein Spiel auf deinen Schultern zu tragen; die Kobras und der Biss weisen darauf hin, dass das, was dir im Leben schmerzhaft und gefährlich erscheint, genau das Mittel sein mag, das dir die Ekstase der Göttlichen Gegenwart bringt.
Weniger typisch ist, dass die Kobras die Kräfte der Entwicklung sind, der Entwicklung hin zum Göttlichen. Dass sie den Platz der Beine einnehmen, bedeutet, dass ihr Wirken hier im physischen oder äußeren Bewusstsein stattfindet, in der Entwicklung des äußeren Mentals, des Vitals, des Physischen hin zur Erfahrung des Göttlichen und der Göttlichen Natur. Der Biss der Kobras (Shivas Kobras!) tötet nicht, oder er tötet nur den „alten Adam“ im Wesen; ihr Biss bringt die Ekstase der Gegenwart des Göttlichen - das, was du als Trance-Wellen über deinen Kopf kommen spürtest. Es ist diese Trance-Ekstase, die jedes Mal über dich gekommen ist, wenn du nach innen gegangen bist oder sogar kurz davor warst, in der Meditation nach innen zu gehen. Es ist die allgemeine Erfahrung von Sadhaks, dass eine solche Kraft oder ein solches Bewusstsein oder Ananda zuerst von oben - oder von außen – kommt und auf den Kopf drückt oder ihn umgibt, dann durchdringt es sozusagen den Schädel und füllt zuerst das Gehirn und die Stirn, dann den ganzen Kopf und steigt herab und nimmt jedes Zentrum ein, bis das ganze System voll und erfüllt ist. (Natürlich gibt es oder kann es vorherige Schübe geben, die eine Zeit lang den ganzen Körper besetzen oder einen anderen Teil des Systems, der am offensten und am wenigsten Widerstand gegen den Einfluss leistet.)
Kapitel 2
Sonne, Mond, Stern und Feuer
Sonne
Feuer, Lichter, Sonne, Mond sind allgemeine Symbole und werden von, den meisten Menschen in der Sadhana gesehen. Sie zeigen die Bewegung oder Tätigkeit von inneren Kräften an. Die Sonne bedeutet die innere Wahrheit.
Die Sonne ist das Symbol des konzentrierten Lichtes der Wahrheit.
Die Sonne ist das Wahrheitslicht der Einen Existenz und die Flamme, die dynamische Macht des Wirkens (yogisch) dieses Wahrheitslichtes.
Die Sonne ist das göttliche Wahrheitslicht auf welcher Bewusstseinsebene auch immer. Ich nehme an, es ist die ursprüngliche kosmische Wahrheit, auf die hier hingewiesen wird.
Die Sonne bedeutet die Wahrheit über dir, letzten Endes die Supramentale Wahrheit.
Die Sonne ist das Symbol des Supramentals.
Im Yoga ist die Sonne das Symbol des Supramentals, und das Supramental ist die erste Macht des Höchsten, der man jenseits der Grenze begegnet, wo die Erfahrung des spiritualisierten Mentals aufhört und das unverfälschte göttliche Bewusstsein beginnt, der Bereich der höchsten Natur, parā prakrti. Es ist jenes Licht, von dem die vedischen Mystiker einen flüchtigen Eindruck bekamen, und das genau das Gegenteil von der intervenierenden Dunkelheit der christlichen Mystiker ist, denn das Supramental besteht nur aus Licht und keiner Dunkelheit. Für das Mental ist das Höchste avyaktāt param avyaktam, aber wenn wir der Linie folgen, die zum Supramental führt, ist es eher eine zunehmende Bejahung als eine zunehmende Verneinung, durch die wir uns bewegen.
Das Supramental ist ganz und gar nicht das Mental, es ist etwas anderes. Die Sonne zeigt die Wahrheit an, die auf jeder Ebene direkt erkannt wird. Sie ist das Symbol des Supramentals, die Wahrheit aber kann auf andere Ebenen herabkommen, ist aber dann nicht mehr supramental, sondern entsprechend der Substanz der anderen Ebenen abgeschwächt – dennoch ist sie das direkte Licht der Wahrheit.
Die Sonne, die am Horizont aufgeht, bedeutet das direkte Licht der Göttlichen Wahrheit, das im Wesen emporsteigt – der nach oben gerichtete Strahl öffnet das Wesen gegenüber der Wahrheit, da sie sich über dem Mental befindet, der Strahl im Vordergrund öffnet es gegenüber dem, was wir das kosmische Bewusstsein nennen; es [das Wesen] wird von der persönlichen Begrenzung befreit, öffnet sich und gewahrt das universale Mental, das universale Physische, das universale Vital. Die Einwirkung auf das Herz war der Druck durch diese Sonne, um das direkte Sich-öffnen zu erreichen, so dass das Bewusstsein frei und weit werde und gänzlich zum Frieden gelange.
Es gibt verschiedene Sonnen auf verschiedenen Ebenen, jede mit ihrer eigenen Farbe. Es gibt darüber auch Sonnen mit ähnlicher Farbe, nur heller, von denen diese geringeren Sonnen ihr Licht und ihre Macht herleiten.
Die goldene Sonne ist das Licht der Wahrheit auf den höheren Ebenen. Die weiße Sonne ist das Bewusstsein der Mutter (das Göttliche Bewusstsein), das sich auf allen Ebenen manifestiert.
Die weiße Sonne steht für die Reinheit und den Frieden des Göttlichen Bewusstseins.
Die rote Sonne ist ein Symbol des wahren, erleuchteten physischen Bewusstseins, welches das dunkle und unwissende physische Bewusstsein, in dem die Menschen jetzt leben, ersetzen wird. Rot ist die Farbe des Physischen; der rote Diamant bedeutet das Bewusstsein der Mutter im Physischen.
In der Erfahrung deutet die Sonnenscheibe auf das supramentale Bewusstsein mit dem Göttlichen Wesen in ihr hin (das supramentale Göttliche, das durch sein Licht die Kluft zwischen dem höheren und dem niederen Bewusstsein überbrücken und sie vereinen kann). Aber die rauchige Erscheinung, der Schleier usw. deuteten darauf hin, dass es etwas in der (menschlichen) Natur gab, das eine schnelle Verwirklichung erschwerte. Dies war es auch, was die Stimme sagte, dass die Zeit noch nicht reif sei. Offensichtlich kann das Supramentale nur durch eine lange Sadhana erreicht werden – die Erfahrung sollte nicht als etwas anderes als das verstanden werden.
Mond
Der Mond steht für das Licht der Spiritualität oder des spirituellen Bewusstseins.
Das Mondlicht zeigt das Licht des spirituellen Bewusstseins an.
Die mondbeschienene Maidān ist das spirituelle Bewusstsein, vor dessen Türen du gleichsam stehst und dessen Frieden und Leichtigkeit du spürst.
Der Mond zeigt im Allgemeinen die spirituelle Verwirklichung im Mental an.
Der Mond zeigt verschiedene Dinge an, je nach den Umständen – am häufigsten spirituelles Bewusstsein im Mental.
Das Licht über dem Kopf ist im Yoga niemals eine Einbildung; wenn es gefühlt wird, dann deshalb, weil es da ist. Wenn es der Mond ist, bedeutet es das Licht des spirituellen Bewusstseins im Mental.
Der Mond als Symbol in der Vision zeigt meist Spiritualität im Mental an oder ganz einfach das spirituelle Bewusstsein. Er kann auch das Strömen des spirituellen Ananda anzeigen (der alten Tradition gemäß befindet sich Nektar im Mond).
Der Mond zeigt Spiritualität an, manchmal sogar spirituellen Ananda.
Das spirituelle Mental, das durch den Mond symbolisiert wird, ist das Mental, welches in Kontakt mit den Wahrheiten des Geistes steht und sie widerspiegelt. Die Sonne symbolisiert das Licht der Wahrheit, der Mond lediglich die Widerspiegelung des Lichtes der Wahrheit – das ist der Unterschied.
Goldenes Licht bedeutet das Licht der höheren Wahrheit – der Mond ist das Symbol der Spiritualität. Ein goldener Mond bedeutet eine Macht der Spiritualität, voll des Lichtes der höheren Wahrheit.
Der Mond deutet, wie ich bereits geschrieben habe, auf Spiritualität hin – die Sichelform bedeutet einen Beginn des spirituellen Lichtes. Die Position in der Nähe des Knies würde auf eine Wirkung auf das physische Bewusstsein hinweisen – alles unterhalb des Muladhara bis hinunter zu den Füßen ist die physische Provinz.
Der Mond ist manchmal ein Symbol für das Licht im Mental –, wenn es sich um einen Vollmond handelt. Die Mondsichel kann ein Symbol für die wachsende Spiritualität des Mentalzentrums sein.
Stern
Der Stern bezeichnet eine Schöpfung oder Gestaltung; oder aber das Versprechen oder die Macht einer Schöpfung oder Gestaltung.
Der Stern bedeutet immer ein Versprechen des kommenden Lichtes; wenn die Herabkunft des Lichtes stattgefunden hat, wandelt sich der Stern in eine Sonne. Es ist nicht möglich, den tatsächlichen Wert dieser Zeichen für die Zukunft festzulegen; sie zeigen eine Wendung oder eine Möglichkeit an, aber alles hängt von ihr selbst und der zukünftigen Ausrichtung ab, die sie ihrem Wesen gibt.
Sterne in solchen Visionen1 weisen auf Lichtpunkte oder auf höhere Erfahrungen im Bewusstsein hin. Die Erde steht für das physische Bewusstsein.
Sterne zeigen Lichtpunkte im unwissenden mentalen Bewusstsein an.
Der Mond = spirituelles Licht.
Die Sonne = das höhere Licht der Wahrheit.
Die goldenen Sterne am Himmel sind einfach Hinweise auf die göttliche Wahrheit im Mental – der Himmel ist sehr oft ein Symbol für das Mental.
Der Himmel bedeutet immer eine bestimmte mentale Ebene. Die Sterne weisen auf Anfänge oder ein Versprechen von Licht hin; die verschiedenen Lichter zeigen verschiedene Mächte des Bewusstseins an; Gold = Wahrheit, Blau = höheres, spiritualisiertes Mental, Violett = Wohlwollen, Einheit oder universales Mitleid.
Feuer und Verbrennen
Das Feuer weist auf eine dynamische Tätigkeit hin.
Das weiße Feuer ist das Feuer der Aspiration, das rote Feuer ist das Feuer der Entsagung und Tapasya, das blaue Feuer ist das Feuer der Spiritualität und des spirituellen Wissens, das reinigt und die Unwissenheit vertreibt.
Das Feuer ist immer das Feuer der Läuterung –, es ist sehr rot, wenn es auf das Vital einwirkt; wenn das Vital das Seelische nicht mehr verhüllt, dann tritt die rosa Farbe der Seele mehr und mehr hervor.
Das Symbol des Verbrennens zeigt meist die Läuterung des Physischen an.
1 In einer Vision sah der Betreffende Sterne am Himmel, in einer anderen Sterne auf der Erde. – Ed.
Kapitel 3
Himmel, Wetter, Nacht und Morgenröte
Himmel
Der Himmel symbolisiert für gewöhnlich eine Bewusstseinsebene, die mental oder höher als das gewöhnliche Mental ist –, die Sterne sind Lichtgebilde auf dieser Ebene.
Der Himmel ist ein Symbol des mentalen Bewusstseins (oder des seelischen) oder anderer Bewusstseins-Arten über dem Mental – zum Beispiel des höheren Mentals, der Intuition, des Obermentals usw.. Der Himmel als Äther zeigt auch das Unendliche an.
Der Himmel im Herzen ist das Chidakash. Er wird normalerweise über dem Kopf gesehen, wird er aber im Herzen gesehen, bedeutet das die Öffnung des Herzens für das höhere Bewusstsein.
Der blaue Himmel ist der des Höheren Mentals, das die nächste der Ebenen zwischen menschlicher Mentalität und dem Supramental ist. Der Mond hier ist das Symbol der Spiritualität auf den mentalen Ebenen. Die Welt des Höheren Mentals liegt über jenen Welten, die direkt mit dem Körper-Bewusstsein verbunden sind.
Das höhere Bewusstsein auf jeder seiner Ebenen wird gewöhnlich als Himmel oder Äther gesehen; wenn es aber durch das Vital gefühlt wird, wird es häufig als Meer wahrgenommen.
Die im Veda beschriebenen sieben Ebenen sind Sat, Chit, Ananda, Supramental, Mental, Leben, Materie – in diesem Yoga aber sieht man viele Bewusstseins-Ebenen, die als Himmel oder auch als Meere erscheinen.
Regen, Schnee, Wolken, Blitze, Regenbogen
Regen ist das Symbol der Herabkunft der Gnade oder des höheren Bewusstseins, was Reichtümer und spirituelle Fülle zur Folge hat.
Deine Vision des Schnees ist vermutlich ein Symbol des Bewusstseins in einem Zustand der Reinheit, des Schweigens und Friedens, der dem einer Schneefläche gleicht; auf dieser erscheint neues Leben (seelisches, spirituelles, wie durch die Blume angedeutet) an Stelle des alten mentalen und vitalen Lebens, das durch diese Hülle aus schneeiger Weiße bedeckt wurde.
Die Wolken sind ein Symbol der Finsternis.
Der Blitz ist ein Symbol für die dynamische Kraft des höheren Bewusstseins, die in Intervallen wirkt, um den Rest des Wesens zu erleuchten.
Der Regenbogen ist das Zeichen des Friedens und der Befreiung.
Nacht und Morgenröte
Die Nacht ist das Symbol der Unwissenheit oder Avidya, in der die Menschen leben, so wie das Licht das Symbol der Wahrheit und des Wissens ist.
Die Morgendämmerung bedeutet immer ein bestimmtes Sich-Öffnen, das Kommen von etwas, das noch nicht ganz hier ist.
Kapitel 4
Wasser und Gewässer
Wasser
Wasser ist das Symbol eines Bewusstseins-Zustandes oder einer Bewusstseins-Ebene.
Meer oder Ozean
Das Meer mit der Sonne darüber stellt eine durch die Wahrheit erhellte Bewusstseins-Ebene dar. In die Strahlen einzutreten bedeutet, dass man nicht länger mehr von ihnen nur beleuchtet wird, sondern in seinem eigenen bewussten Wesen beginnt, ein Teil der Wahrheit zu werden.
Ein aufgewühltes Meer deutet in der Regel auf eine lebenswichtige Umwälzung oder eine Zeit der Belastung, des Stresses und des Kampfes hin.
Der blaue Ozean ist oft ein Symbol des spirituellen Bewusstseins im höheren Mental, eins und unteilbar.
Normalerweise befindet sich der Ozean des höheren Bewusstseins über dem Kopf (Mental) und alles darunter ist der des niederen Bewusstseins. Dein Sehen der zwei Ozeane bedeutet vielmehr, dass beim Abstieg der Einfluss des höheren Bewusstseins bis zum Herzen (emotionales Wesen mit dem Seelischen dahinter) hinunterreicht, aber noch nicht nach unten in die niederen vitalen und physischen Zentren gelangt – sondern den Knoten im Herzzentrum auflöst, der den Abstieg in die niederen vitalen und physischen Zentren verhindert. Die Freude im śānta svarūpa ist in der Tat ein Zeichen für die Befreiung des Herzzentrums. Aber die Formulierung in den Upanishaden bezieht sich vor allem auf das Aufbrechen der Knoten des Begehrens, der Anhaftung, sanskara, des Egos im Herzen, die der spirituellen Befreiung und dem Aufstieg im Wege stehen – nicht auf den Knoten, der den Abstieg verhindert.
Teich, See, Fluss
Wenn Wasser (für eine Bewusstseins-Ebene) symbolisch ist, muss es eine große Wasserfläche sein – ein Fluss oder ein Teich hingegen ist nicht groß genug, um eine Bewusstseins-Ebene zu symbolisieren.
Nicht durch Träume kannst du wissen, in welcher Bewusstseinsebene du lebst, sondern durch die Beobachtung deines Zustands.
Manchmal ist in dem Bild eines Teiches, Sees oder Meeres ein Teil des Bewusstseins zu erkennen. Der Fisch muss das vitale Mental bedeuten.
Der See bedeutet das [menschliche] Wesen in seinem individuellen Bewusstsein, das Meer das gleiche Wesen mit einem universalisierten Bewusstsein, welches das Universum und seine kosmischen Kräfte in sich enthalten kann – das eine (individuell) verschmilzt mit dem anderen (universal). Die Formung des Bewusstseins der Mutter in dir wird durch das Boot angezeigt, in welchem du dich anschickst, in dieses Meer zu stechen.
Der Fluss stellt eine Bewegung des Bewusstseins dar. All dies sind Bilder der vitalen Ebene.
Kapitel 5
Erde
Berg
Der Berg ist das Symbol des verkörperten Bewusstseins, das auf der Erde gründet, sich aber zum Göttlichen erhebt.
Der Berg bedeutet immer den ansteigenden Hügel des Daseins mit dem Göttlichen, das auf den Gipfeln erreicht werden muss.
Der Berg bedeutet immer das Gleiche – das aufsteigende Bewusstsein.
Der Berg ist ein Bild für das aufsteigende Bewusstsein.
Der Berg ist ein sehr häufiges Symbol des Bewusstseins mit seinen ansteigenden Ebenen. Das vom Gipfel herabkommende Wasser weist auf ein Herabfließen vom darüber befindlichen höheren Bewusstsein hin.
Der Berg stellt die ansteigenden Ebenen des höheren Bewusstseins dar. Die Reise im Zug zeigt den Übergang von einem Bewusstsein in ein anderes an.
Der Eimer ist das physische Bewusstsein; Milch ist immer ein Symbol für den Fluss des Bewusstseins von oben; der Berg ist der Adhar mit seinen aufsteigenden Ebenen vom Physischen zum Allerobersten.1 Der goldene Berg ist ein Symbol für den Aufstieg zur Wahrheit.
Der Goldene Berg ist immer der Berg der Göttlichen Wahrheit, den es zu erklimmen gilt. Auf seinem Gipfel befindet sich die Wohnstätte des Göttlichen.
Die Erfahrung der großen Ausdehnung des goldenen Lichts auf einem Berggipfel kam, weil ich X gebeten hatte, nach den höheren Erfahrungen des Bewusstseins von oben zu streben. Das symbolische Bild des Berges mit dem Licht auf seiner Spitze begegnet den meisten Sadhaks, die über die Fähigkeit des Sehens verfügen. Der Berg ist das Bewusstsein, das sich von der Erde (dem Physischen) durch die aufeinanderfolgenden Höhen (vital, mental, über-mental) zum spirituellen Himmel erhebt. Das goldene Licht ist immer das Licht der höheren Wahrheit (Supermind, Obermental oder etwas tiefer die reine Intuition) und wird als eine große leuchtende Weite auf den Gipfeln des Seins dargestellt. Indem man sich auf das Licht konzentriert, tritt man in Kontakt mit den höheren Bereichen, und das bewirkt immer Frieden, Freude, Kraft, ein Bewusstsein, das sich der Macht des Göttlichen gewiss ist. Natürlich ist sie durch das Seelische in diesen Kontakt gekommen, aber an sich ist es mehr eine Erfahrung des höheren spirituellen Bewusstseins über dem Mental als eine seelische Erfahrung.
Der silbrige schmale Weg nach oben ist der Pfad des spirituellen Bewusstseins.
Erde und Patala
Patala bedeutet einfach das Unterbewusste unter der Erde – die Erde ist die bewusste physische Ebene.
Du hast neulich gefragt, was das Unterbewusste sei. In der Vision, die du beschreibst, sahst du das universale Unterbewusste in der Form des Patala, einem Ort ohne Bewusstseinslicht und, da universal, ohne Grenzen oder Ende – das dunkle, unbewusste Unendliche, aus dem sich dieses stoffliche Universum erhob; es ist auf allen Seiten von Dunkelheit ummauert und scheint auch keinen Boden zu haben. Das Licht dringt von oben ein, vom höheren Bewusstsein, und durch das Mental, Herz, Vital und das Physische herabkommend muss es in dieses Unterbewusste strömen, um es zu erhellen.
Patala ist hier offensichtlich ein Name für das Unterbewusste die Wesen dort haben „keine Köpfe“, das heißt, es gibt dort kein mentales Bewusstsein; alle Menschen besitzen eine derartige unterbewusste Ebene in ihrer Natur, und von dort erheben sich alle Arten von irrationalen und unwissenden („kopflosen“) Instinkten, Impulsen, Erinnerungen usw., die auf das Tun und Fühlen der Menschen einwirken, ohne ihren wahren Ursprung aufzudecken. Nachts kommen viele unzusammenhängende Träume aus dieser Welt oder Ebene. Die Welt über uns ist die überbewusste Ebene des Wesens, diejenige über dem menschlichen Bewusstsein, und es gibt viele Welten dieser Art; es sind dies die göttlichen Welten.
1 In einer Vision während der Meditation sah der Betreffende einen Strom von Milch, der einen Berg hinunterfloss und einen Eimer an dessen Fuß füllte. – Ed.